Arbeiten an Buch und Website

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen“, schrieb der Dichter Matthias Claudius (1740 – 1815) in seinem Gedicht Urians Reise um die Welt. Ich bin schon über ein Jahr wieder zurück von meiner Reise in die Barentssee, aber das Erzählen geht jetzt erst richtig los.

Denn die Nachbereitung brauchte ihre Zeit. Allein die Niederschrift meines Buchmanuskripts dauerte ein halbes Jahr. Neben mir liegt noch die Druckfahne zum Gegenlesen. Und doch ist der Verlag mit der Titelgestaltung schon fertig. Und deshalb habe ich zunächst einmal diese Website aufgesetzt – und werde mich danach dem Gegenlesen widmen.

Was ich hier demnächst plane: Ich werde ein Video einstellen, mit Filmaufnahmen von Fjorden, Walen, einer Geisterinsel, Steinzeitmalereien und vielem anderen mehr. Außerdem etliche meiner gelungensten Fotos.

Schließlich will ich meine Freunde, Bekannten und Leser über Vortragsabende informieren, die ich in ihrer Nähe veranstalte.

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Kategorie: Allgemeines 7 Kommentare »

7 Antworten to “Arbeiten an Buch und Website”

  1. Till Huster

    Lieber Herr Hillebrand,

    mit viel Freude habe ich Ihr Buch gelesen und mir eben den kleinen Videobeitrag auf Ihrer Website angesehen.

    Ich bin 52 Jahre alt, mein Vater hat uns als Kinder schon jedes Jahr mit nach Norwegen genommen, damals mit dem Segelboot (übrigens auch ein holländischer Stahlbau), inzwischen bereise ich das Land mit meinen eigenen Kindern auch jedes Jahr, allerdings – völlig stillos – mit dem Motorboot.

    2006 bin ich zusammen mit sieben anderen Fliegerkameraden in vier kleinen Propellermaschinen zum Nordkap und bis Honningsvaag geflogen. Der Trip dauerte leider nur elf Tage hin und zurück von Hamburg, war aber von so beeindruckender Schönheit, dass sich die Bilder hoffentlich für immer in meinem Gedächtnis und Herzen eingebrannt haben.

    Vieles in Ihrem Buch konnte ich also wiedererkennen. Auch mein großer Traum ist es, einmal für begrenzte Zeit (6 – 12 Monate) “auszusteigen”, ob mit dem Boot oder mit dem Flieger. Für dieses Vorhaben hat mir Ihr Buch Mut gemacht. Besonders die unpretentiöse Ehrlichkeit, mit der sie auch die Phasen beschrieben haben, in denen Sie sich wieder zurück gesehnt haben, teilweise die Freude an Sehenswürdigkeiten entlang der Route verloren hatten, zeigen, dass solche “Abenteuer” auch etwas für Menschen sind, die einigermaßen normal sind. Als Jugendlicher habe ich alle Bücher verschlungen, die ich zum Thema Weltumsegler bekommen konnte. Da waren natürlich allen voran solche Leute wie Rollo Gebhard und Bernard Moitessier. Aber sie schienen mir so extrem, dass ihre Reisen für mich zu irreal waren, als dass ich mir vorstellen konnte, so etwas selber einmal zu unternehmen. Wie gesagt, Ihr Buch hat mir gezeigt, dass es nicht unbedingt die Südsee sein muss, dass man nicht ums Kap Horn herum gesegelt oder mindestens drei Wochen allein auf dem Ozean gewesen sein muss. Wir haben, glaube ich, eins der schönsten Wasserreviere direkt vor der Haustür. Ich glaube gelesen zu haben, dass die UNESCO die westnorwegische Fjordlandschaft zur schönsten Naturlandschaft der Welt gewählt hat.

    Mich würde noch interessieren, wie es mit Ihnen und Ihrem Schiff weiter gegangen ist. Wie groß war der Schaden am Kiel? Konnten Sie die finanziellen Belastungen der Reise stemmen? Sind Sie wieder im Alltagsleben und im Beruf angekommen, oder ist die Sehnsucht wieder hinaus zu fahren ein ständiger Begleiter geworden? Ja, und was für einen Trip planen Sie als nächstes?

    Wenn Sie keine Muße haben, meine Fragen zu beantworten, bin ich Ihnen natürlich auch nicht böse.

    Herzliche Grüße

    Till Huster

  2. admin

    Lieber Herr Huster,

    vielen Dank für Ihre herzlichen Zeilen.

    Ihre Fragen muss ich fast in umgekehrter Reihenfolge beantworten. Ich hatte für den Törn meinen Job gekündigt. Abgesehen von der journalistischen Aufbereitung meiner Reise stand daher nach der Rückkehr nur eines auf dem Programm: Ich musste den Weg zurück ins Berufsleben finden. Glücklicherweise arbeitete ich vor der Reise in einem Wachstumssektor nämlich der Online-PR und habe mich nach der Reise dort selbständig gemacht (http://www.politik-und-internet.de). Allerdings konnte ich es mir in der Segelsaison 2009, also im Jahr nach der Reise, finanziell nicht erlauben das Boot reparieren zu lassen und zu Wasser zu bringen.

    Der Schaden am Kiel bestand in mehreren Dellen und einem Leck in Form eines schmalen Risses. Es musste also geschweißt werden und die Anstriche mussten neu aufgebaut werden. Zudem war durch eine leichte Verformung im vorderen Bereich des Kiels zwischen Metallaußenhaut und Betonfüllung schmale Spalte entstanden, die vergossen werden mussten. Das allein hätte die Kosten wohl nur so gerade in den vierstelligen Bereich gebracht, aber es war leider unausweichlich, dass – wenn schon Schweißarbeiten am Unterwasserschiff gemacht werden würden – weitere, altersbedingte dazu kämen, wie etwa der Austausch der Lenzrohre in der Plicht. Somit konnte ich diese Arbeiten erst im Winter 2009/2010 durchführen lassen.

    Im Sommer 2009 habe ich dann das Buch geschrieben. Und in sofern war ich im Geiste immer auf dem Boot, auch wenn ich in Wirklichkeit auf dem Balkon oder bei Starbucks in Berlin-Mitte saß – und nie auf der Bombadil.

    Im Jahr 2010 war die Bombadil aber dann wieder soweit in Schuss, dass ich mich auf die Shetlands vorgewagt habe – den Hinweg in wechselnder Begleitung, den Rückweg allein.

    Im Jahr 2010 hat sich auch meine berufliche, beziehungsweise geschäftliche Situation in relativ normale Bahnen entwickelt. Und ich will hoffen, dass das so bleibt. Die finanziellen Konsequenzen der Reise sind leider noch nicht ganz abgearbeitet. Ein paar Tausend Euro bekommen meine großzügigen Kreditgeber noch zurück.

    Ich habe erst nach der Reise mitbekommen, dass selbst bekannte Autoren aus der Segelszene einräumen, dass mit Büchern, Artikeln und Vorträgen über Segelreisen (und seien sie noch so abenteuerlich) die Kosten für selbige kaum zu decken sind. Schon gar nicht, wenn größere Reparaturen anfallen.

    Insofern gibt es im Moment viele Gründe dafür, dass ich mir die Sehnsucht nach der See und weiten Segeltörns, so gut es geht, verkneife. Einen großen Törn plane ich derzeit nicht. Der Fokus liegt eindeutig auf der weiteren Entwicklung meines kleinen Unternehmens.

    Wenn Sie aber nach Träumen fragen: die Wikingerroute (Bergen-Shetland-Färöer-Island-Grönland-Kanada), Skandinavien rund (Norwegen-Nordkapp-Weißes Meer-Weißmeerkanal-St. Petersburg) oder Europa rund (wie Skandinavien rund, aber vom Weißmeerkanal aus in den Wolga-Ostseekanal und dann: Wolga-Don-Asowsches Meer-Schwarzes Meer-Bosborus-Ägäis-Mittelmeer-Gibraltar-Biskaya-Kanal-Nordsee) das sind Törns, die mir immer mal wieder durch den Kopf gehen.

    Wenn Sie weitere Fragen haben, immer gerne!

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf-Thomas Hillebrand

  3. Bernd Neitzel

    Hei Herr Hillebrand,
    habe eben sehr interessiert Ihr tolles Buch gelesen. Herzlichen Glückwunsch für Ihre “Traumreise” und Ihr interessantes und ehrliches Buch. Hat mir als alter Norwegenfahrer, 1968 zuerst mit meinem VW Käfer bis Pechenga an die Grenze zur Udssr. Später mit dem Segelboot bis Südnorwegen. Spreche inzwischen ganz ordentlich Norwegisch und Dänisch. Aus Zeitmangel leider nicht weiter. Heute bin ich Frühpensionär hätte Zeit, aber kein Boot. So ist es meistens.Bewundere Ihre Entschlossenheit und Mut.
    Wäre gerne mitgesegelt. Und den Motor hätte ich auch repariert

    Wünsche Ihnen mmer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

    Bernd Neitzel
    Waren/Müritz

  4. Carl-Heinz Grunert

    Sehr geehrter Herr Hillebrand

    meine Kinder haben mir Ihr Buch zum letzten Weihnachtsfest geschenkt. Da ich selbst seit 1985 segele und 1998 beruflich in Stokmarknes/ Vesteralen tätig war,war ich auf Ihre Erlebnisse sehr gespannt. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft kann ich nur bestätigen, sie scheint sich seit 1998 auch glücklicherweise nicht verändert zu haben. Gesegelt bin ich dort allerdings nie, ich habe großen Respekt vor den Strömungen und den Felsen in dieser Region. Was das Segeln angeht, bin ich nie über das IJsselmeer und das niederländische Wattenmeer hinausgekommen, was für mich als Niederrheiner sozusagen um die Ecke liegt und auch mit meinem kleinen, englischen Kimmkieler gut zu bewältigen ist.
    Ihr Buch hat in mir den alten Traum einer Weltumsegelung auflebe lassen, zumal absehbar ist, dass meine Kinder bald hoffentlich auf eigenen Füßen stehen und ihren Papa mal drei Jahre entbeeren können.
    Aus der Beschreibung Ihrer Bombadil vermute ich, dass es sich um eine Cumulant der ehemaligen Harlinger Schiffswerft handelt. Da Sie offensichtlich gute Erfahrungen mit einem Stahlboot gemacht haben, bin ich so vermessen, Sie um Rat zu fragen, wobei ich Verständnis dafür hätte, wenn Ihre Zeit dies nicht erlaubt. Mir wurden für relativ kleines Geld einer 68er Cumulant, noch mit Holzmast und Sabb-Einzylinderdiesel angeboten, sowie eine von 1970 mit Volvo Penta Zweizylinder und Aluminiummast, Rollfock und Mastlegevorrichtung, sicherlich das modernere Rigg, aber dafür die Kabine etwas schmaler und nicht so schön schiffig mit viel Holz, wie das ältere Schiff. In beide Schiffe müßte natürlich Einiges an Arbeit und Geld investiert werden. Meine Frage ist nur, würden Sieeine Cumulant empfehlen und mit Ihr um die Welt segeln?
    Viele Grüße und noch viele Segelabenteuer wünscht Ihnen

    Carl-Heinz Grunert

  5. admin

    Sehr geehrter Herr Grunert,

    vielen Dank für Ihre freundliche Mail und Ihr Interesse an meinen Törn und meinem Buch.

    In Bezug auf mein Boot liegen Sie falsch: Die Bombadil ist eine “Mistrella” der nicht mehr existenten Bowa-Werft in Dokkum. Wenn Sie das googlen, werden Sie allerdings feststellen, dass die Mistrella bisweilen als Vorgänger der Cumulant bezeichnet wird, was ich allerdings nicht beurteilen kann.

    Ich mag mir nicht anmaßen, Ihnen einen Rat für die Wahl des richtigen Bootes für eine Weltumsegelung zu geben, denn so weit war ich ja nicht. Was ich allerdings sagen kann, ist, dass ich – insbesondere allein – nur mit einem Stahl- oder Aluboot auf solch einen Törn gehen würde. Ein Fehler ist schnell gemacht und man rammt einen Felsen, wie Sie bei mir lesen konnten. Seit mir das passierte, habe ich auf solche Missgeschicke in Berichten von Seglern geachtet und kann nur sagen, dass ich mich in bester Gesellschaft befinde. Was ich Ihnen aus leidiger Erfahrung auch raten möchte, da ich damit selbst nicht sehr sorgfältig war: Ein altes Boot kann viele, viele schleichende Schäden haben. Bei mir war es beispielsweise ein fast durchkorrodierter Zylinderkopf. Bei der Beanspruchung, die das Boot bei einer Langfahrt unweigerlich erfährt, geht dann sehr vieles kaputt, an das man nicht gedacht hat. Man sollte daher alles doppelt und dreifach auslegen. Ein Hilfsruder hätte ich haben sollen, als mir das Ruderblatt wegbrach. Aber ich hatte keines. Und ich hätte gute Aufzeichnungen haben sollen, wie das Ruder aussah. Hatte ich auch nicht. Letztlich würde ich dann danach entscheiden, was das beste Boot ist: jenes, bei dem ich die bereits vorhandene Abnutzung, Korrosion oder sonstige Schäden am besten beurteilen kann.

    Wenn Sie Ihre Reise beginnen, setzen Sie mich doch gerne auf den Verteiler für Ihre Reiseberichte, falls Sie so etwas versenden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf-Thomas Hillebrand

  6. Michael Urban

    Guten Tag Herr Hillebrand!

    Ihr Buch habe ich mit Begeisterung gelesen. Die Route und die vielen Zeitreisen, das war einfach mal was anderes.

    Warum haben Sie so wenig über ihre treue Begleiterin, die Bombadil, geschrieben? Leider konnte ich auch im Internet nichts finden. Es würde mich schon sehr interessieren was sie für ein Boot ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Urban

  7. admin

    Ahoi Herr Urban,

    das freut mich sehr, wenn Ihnen das Buch Freude bereiten konnte.

    Sie haben wohl recht, meine gute alte “Bombadil” hätte vielleicht etwas mehr Würdigung verdient gehabt!

    Einiges habe ich ja schon in einem Kommentar weiter oben beantwortet: 8,85 Meter, Stahlknickspanter, Baujahr 1968, knapp 4 Tonnen, gebaut von der BOWA Jachtwerf Bowa, Dokkum im niederländischen Friesland, nahe der Nordsee.

    Hier sehen Sie eine Aufsicht:

    Vollbild

    Die Segel habe ich mir in Russland machen lassen, und zwar im Kaliningrader Yachtclub (einzige verfügbare Website: http://www.surf.koenig.ru/).

    Der Motor ist Baujahr 1960, war also beim Einbau in das Boot gebraucht, aber die Technik ist 1930er Jahre und so etwas hält (wenn es nicht korrodiert). Einen schönen Eindruck von dem Motor bekommen Sie hier:

    Youtube-Video

    Elektronische Ausrüstung und Safety: DSC-Funkgerät mit Einhand-Fernbedienung aus der Plicht, Rettungsinsel, Epirb, Autohelm Autopilot, Chartplotter im Niedergang gut sichtbar vom Ruder, Echolot, zweites GPS mit NMEA-Leitung zum DSC-Funkgerät (komplett automatisierter Mayday-Ruf mit einer Taste!), Seenot-Raketen und Seenot-Rauch und viele weitere übliche Kleinigkeiten.

    Als Beiboot hatte ich ein faltbares “Banana-Boot” dabei, das zusammengelegt die Größe eines Surf-Brettes hat und backbord an der Reling befestigt war (sieht man auf dem Foto ganz gut).

    Wenn Ihnen der leere Antennenmast auf dem Achterdeck aufgefallen sein sollte: Ich habe seinerzeit die – vermeintlich wichtigste – Antenne für einen aktiven Radarreflektor nicht rechtzeitig vor Abfahrt geliefert bekommen. Daher habe ich dann auch andere Antennen nicht wie geplant an den Mast verlegt. Meine Sorge war, von einem Großen überfahren zu werden. Aber immer längs der Küste in recht menschenleerer Gegend kamen solch Situationen nicht vor, daher blieb der Mast leer bis zur Rückkehr.

    Ein paar weitere ganz gute Fotos finden Sie hier: http://ralf-thomas-hillebrand.de/shetlands/

    Wenn Sie weitere Fragen haben, lassen Sie es mich wissen.

    Ralf-Thomas Hillebrand


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